Geschichte des Ingolstädter Naherholungsgebietes Baggersee und des Wildparks 

Von 1950 an bis Mitte der Siebziger Jahre wurde ungefähr zwei Kilometer westlich der Altstadt Kies abgebaut. Dieser wurde vor allem für den Bau der Staustufe Ingolstadt in den späten 60er Jahren verwendet. In großen Loren einer „Seilbahn“ transportierte man den Kies über die Donau zum Betonwerk. Durch den Abbau entstand ein ca. 50 Hektar großer Baggersee. Im Zuge der Rekultivierung wurde auf einer Fläche von circa 150 Hektar ein Naherholungsgebiet geschaffen. In den späten 70ern war es vor allem im Sommer das Ausflugsziel der Ingolstädter und an sonnigen Sommertagen genossen bis zu 20.000 Besucher Wasser und Sonne. 

Unter der Initiative des Verein Erholungsgebiete Region Ingolstadt e.V. unter Vorsitz von Hubert Weinzierl wurden Pläne für einen Wildpark am Baggersee konkretisiert. Ziel des Vereins war und ist die Anlage und Erhaltung von Erholungsflächen für die breite Öffentlichkeit. So entstand Anfang der 80er Jahre auch das Naherholungsgebiet Niederforst – Weichering mit einer Gesamtfläche von etwa 100 Hektar, das der Verein heute noch pflegt und unterhält. 

Nach einer relativ kurzen Bau- und Planungsphase eröffnete 1972 der gerade neu gewählte Oberbürgermeister Peter Schnell im Beisein des damaligen Landesministers für Landesentwicklung und Umweltfragen, Max Streibl (später Ministerpräsident im Freistaat) den Ingolstädter Wildpark. 

Seitdem ist der Wildpark am Baggersee mit seinen Wisenten, Damwild, Mufflons, Rotwild und Wildschweinen ein viel geliebtes Ausflugsziel für die Menschen in und um Ingolstadt und die Stadt Ingolstadt war viele Jahre stolz auf „ihren“ Wildpark. Die Anlage wurde im Laufe der Jahre immer wieder renoviert, erweitert und die Gehege tiergerecht angepasst und umgebaut. Es wurde 2021 ein neues Wildbienenhaus und ein Naschgarten, der für eine reiche Ernte an Walderdbeeren sorgen soll, errichtet. Durch bewusste und nachhaltige Pflege der Umgebung wurden neue Lebensräume für Schmetterlinge, Haselmäuse, Igel und weitere kleine Wildtiere geschaffen. 

Von Anfang an waren im Wildpark neben anderen Tieren auch Wisente zu beobachten. Vor 100 Jahren waren diese am Aussterben. Weltweit gab es nur 48 Tiere und es wurden weltweit Zuchtprogramme ins Leben gerufen. Auch der Nachwuchs der Ingolstädter Wisente wurde jahrelang ins Zuchtbuch in Polen eingetragen. Von dort bekamen die in Ingolstadt geborenen Tiere einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben „i“. Warum dieses Zuchtprogramm von Ingolstädter Seite aus nicht mehr verfolgt wurde, lässt sich nicht nachvollziehen. 

Nach jahrzehntelangen Rückzüchtungen ist es gelungen die Tierart in einige Wälder zurückzuholen. Heute leben wieder mehrere Tausend wilde Wisente in Polen, Russland und der Ukraine und es wird versucht, diese Wildtiere wieder in ihre natürlichen Lebensräume auszusiedeln. 

Seit eh und je ist der Wildpark ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Um die Attraktivität des Parks hoch zu halten, gab es immer wieder etwas Neues zu bestaunen und zu entdecken. Der Wildpark verkörpert Freude, Naherholung und Wissenswertes über Tiere und deren Lebensräume! 

Stolz hat Frau Bürgermeisterin Dr. Dorothea Deneke-Stoll 2022 noch das Jubiläum „50 Jahre Wildpark am Baggersee“ eröffnet und es wurde mit einem bunten Programm gefeiert. Sogar eine kleine Broschüre mit allerlei Wissenswertem über die Tiere und ihre Umgebung, Rätsel, Ausmalbildern usw. wurde aufgelegt. Nach der Eröffnung wurden der 

Wildpark, die Tiere und die mitgebrachten Haustiere gesegnet. Führungen und eine Hüpfburg rundeten das Programm ab.

Die Einsparpläne der Stadt Ingolstadt 

2025 musste die Stadt Ingolstadt aufgrund der sehr angespannten finanziellen Situation Einsparpläne erstellen. Im Oktober 2025 wurde überraschend bekannt, dass darunter auch der Wildpark fallen soll. Der Stadtrat sollte der Schließung des Wildparks zustimmen! 

Dabei ist im Nachhaltigkeitsbericht der Stadt zu lesen: „Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, die Infrastruktur für Freizeit und Erholung allen Bürger/-innen barrierefrei erreichbar und nutzbar zu machen.“ Und als besonderes Beispiel ist der Wildpark hervorgehoben. War der Wildpark plötzlich nichts mehr wert? 

Um die Schließung zu verhindern, stellte Uschi Feyrer-Ziob die Petition „Der Ingolstädter Wildpark darf nicht sterben!“ ins Netz. Ohne groß Werbung dafür zu machen, unterzeichneten innerhalb 4 Tagen über 10 000 Menschen die Petition. 

Daraufhin ließ der Stadtrat vorläufig die Pläne der Schließung des Wildparks fallen.

Der Verein „Schanzer Wildparkfreunde e.V.“ wird gegründet. 

Da viele der Unterzeichnenden die Stadt bzw. den Wildpark finanziell unterstützen wollen, wurde der Wunsch nach einem Verein lauter. Die Pläne zur Vereinsgründung reiften und es war einiges vorzubereiten. 

Am 10. Februar 2026 war es dann soweit! Bei der Versammlung waren viele Interessierte, 35 Gründungsmitglieder stimmten der Vereinsgründung zu und wählten den Vereinsvorstand: 

Uschi Feyrer-Ziob, Andrea Reichl-Streich, Merlin Nagel, Sascha Lachner, und Markus Rößler 

Gleichzeitig meldeten sich viele Leute, die den Verein aktiv unterstützen wollen. Ohne diese Hilfe kommt kein Leben in einen Verein. 

Allen vielen Dank dafür!

Wie geht es weiter? 

Wie immer, ist jede Menge Verwaltungsarbeit zu leisten. Unterschriften, Beglaubigungen, Anträge und vieles mehr ist zu stemmen. Leider läuft dabei nicht immer alles rund und die Zeit vergeht. Und solange das eine nicht erledigt ist, kann das andere auch nicht erledigt werden, die Bürokratie lässt grüßen! 

Deshalb bitten wir noch um etwas Geduld. Dinge, wie z.B. Beiträge einziehen etc. können erst nach den Eintragungen und Bestätigungen erledigt werden. 

Aber jetzt sind wir hoffentlich auf der Zielgeraden und die offizielle Seite der Vereinsgründung ist bald geschafft!

Was wir schade finden: 

Es wäre möglich, dass sich nicht alle über unsere Vereinsgründung freuen. Wir haben bis zur Erledigung der Verwaltungsdinge Boxen für Mitgliedsanträge im Wildpark aufgehängt und haben sie inzwischen mit ca. 100 Stück gefüllt. Leider verschwinden die Anträge 

spurlos, die Boxen sind jeden Tag leer. Bisher wurden erst zwei zurückgeschickt. Wir finden das seltsam und hoffen, dass sich das bald ändert!